Canyoningkurs
Der Canyoningkurs der Bergrettung Vorarlberg wurde vom 29. bis 31. Juni 2026 erfolgreich durchgeführt.
Besonders erfreulich war die bundesweite Beteiligung von Bergretterinnen und Bergrettern aus ganz Österreich sowie die Teilnahme von Kameradinnen und Kameraden aus der Schweiz und Südtirol. Darüber hinaus durften wir, wie bereits in den vergangenen Jahren, Vertreter der Wasserrettung und der Alpinpolizei begrüßen. Die hohe fachliche Kompetenz aller Teilnehmer machte den Kurs zu einer hervorragenden Plattform für Aus- und Weiterbildung sowie für den organisations- und länderübergreifenden Erfahrungsaustausch.
Die Teilnehmer wurden entsprechend ihrem Ausbildungsstand in die Gruppen Canyoningretter-Aspiranten, Canyoningretter-Anwärter und Canyoningretter eingeteilt.
Die Aspiranten und Anwärter erlernten beziehungsweise festigten die Grundtechniken der Canyoningrettung gemäß den Vorgaben des Ausbildungshandbuches. Im Mittelpunkt standen die sichere Fortbewegung im Canyon, Seil- und Rettungstechniken, Standplatzbau, Selbst- und Kameradenrettung sowie grundlegende Rettungsverfahren. Durch zahlreiche praktische Übungen konnten die vermittelten Inhalte direkt umgesetzt und gefestigt werden.
Die Gruppen der ausgebildeten Canyoningretter wurden bewusst mit erfahrenen Teilnehmern aus den österreichischen Landesorganisationen sowie den Gästen aus der Schweiz und Südtirol durchmischt. Ziel war es, unterschiedliche Herangehensweisen und Techniken kennenzulernen, bestehende Verfahren kritisch zu betrachten und einen fachlichen Diskurs zu führen. Die hohe fachliche Qualität aller Beteiligten führte zu einem intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch, von dem sämtliche Teilnehmer profitieren konnten.
Ein weiterer Höhepunkt war das Abendprogramm des ersten Kurstages. Die vertretenen Organisationen präsentierten ihre Tätigkeiten im Bereich der Canyoningrettung und gewährten interessante Einblicke in ihre Ausbildungssysteme, Einsatzkonzepte und die jeweilige Einsatzabwicklung. Die anschließenden Diskussionen zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich einzelne Herausforderungen gelöst werden können und wie wertvoll der Blick über die eigenen Organisationsgrenzen hinaus ist.
Der zweite Kurstag begann mit der Vorstellung der KONG-Rettungstrage. Nach einer umfassenden Präsentation wurden die Einsatzmöglichkeiten direkt in die Praxis umgesetzt. Die Canyoningretter konnten die Trage unter realitätsnahen Bedingungen in der Schlucht beüben und verschiedene Rettungsszenarien durchführen.
Besonders beeindruckend war dabei das Zusammenspiel der Canyoningretter im Bach. Trotz der unterschiedlichen Herkunftsorganisationen zeigte sich ein nahezu blindes Verständnis untereinander. Der gemeinsame hohe Ausbildungsstandard und die professionelle Herangehensweise ermöglichten eine reibungslose Zusammenarbeit. Es war bemerkenswert zu sehen, wie rasch gemeinsame Lösungen gefunden und Aufgaben effizient bewältigt wurden. Dies unterstreicht die hohe Qualität der Ausbildung aller beteiligten Organisationen.
Am Abend stand ein kameradschaftlicher Sechskampf auf dem Programm. Die einzelnen Disziplinen wurden mit großem Ehrgeiz, viel Einsatz und ebenso viel Humor bestritten. Der Wettbewerb sorgte für beste Stimmung und stärkte zusätzlich den kameradschaftlichen Zusammenhalt unter den Teilnehmern.
Am letzten Kurstag wurden im Stationsbetrieb verschiedene Themenbereiche vertieft. Schwerpunkte waren die spezifische Erste Hilfe im Canyoningumfeld sowie praktische Übungen im Schwimmen und Retten im Rhein. Die Teilnehmer konnten dabei wichtige Kenntnisse für den Einsatz in und am Wasser auffrischen und festigen.
Ein besonderer Dank gilt der Wasserrettung für die Organisation und Durchführung des Sonntagsprogramms. Stellvertretend möchte ich mich bei Elias Jochum sowie beim Sanitätsteam mit Daniela Huber und Harald Hugl für ihren engagierten Einsatz bedanken.
Mein besonderer Dank gilt auch meinen Mitkursleitern Martin Burger und Berti Elsensohn, die gemeinsam mit mir die Kursleitung innehatten und wesentlich zum Erfolg des Kurses beigetragen haben.
Ebenso bedanken möchte ich mich bei Lukas Müller, der maßgeblich an der Organisation und Vorbereitung beteiligt war.
Ein großer Dank gilt darüber hinaus den freiwilligen Helferinnen und Helfern der Ortsstellen Rankweil und Dornbirn, die während des gesamten Kurses unzählige Stunden im Hintergrund geleistet haben. Ebenso danke ich der Landesorganisation für die umfassende Unterstützung und die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen.
Ohne das Engagement all dieser Personen sowie die Unterstützung durch die gesamte Landesorganisation wäre die Durchführung eines Kurses dieser Größenordnung nicht möglich. Ihnen allen gebührt mein aufrichtiger Dank.
Der Canyoningkurs 2026 war geprägt von hoher fachlicher Qualität, außergewöhnlicher Kameradschaft und einem intensiven Erfahrungsaustausch über Organisations- und Landesgrenzen hinweg. Der Kurs hat einmal mehr gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Bergrettung, Wasserrettung, Alpinpolizei und den internationalen Partnerorganisationen auf einem sehr hohen Niveau stattfindet und einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und Weiterentwicklung der Canyoningrettung leistet.
Renè Gmeiner
Kursleiter Canyoningkurs 2026
Bergrettung Vorarlberg